Verschärft rassistische Diskriminierung chronische Krankheiten bei älteren Menschen?

Verschärft rassistische Diskriminierung chronische Krankheiten bei älteren Menschen?

Erfahrungen mit rassistischer Diskriminierung erhöhen das Risiko, an mehreren chronischen Krankheiten zu leiden, bei Menschen über 65 Jahren. Eine aktuelle Analyse mit 44.029 Amerikanern zeigt, dass Personen, die aufgrund ihrer ethnischen Herkunft ungleiche Behandlung erfahren haben, ein erhöhtes Risiko haben, mindestens zwei langfristige Erkrankungen gleichzeitig zu entwickeln. Dieses Phänomen, Multimorbidität genannt, betrifft besonders Menschen, die unter anhaltendem Stress durch Diskriminierung leiden.

Der chronische Stress, der durch diese Erfahrungen ausgelöst wird, beeinträchtigt die Körperfunktionen. Er begünstigt Bluthochdruck, Herzprobleme und schwächt das Immunsystem. Zudem kann er zu psychischen Problemen wie Depressionen oder Angststörungen führen, die oft andere Krankheiten verschlimmern. Diskriminierte Menschen zeigen auch häufiger gesundheitsschädliche Verhaltensweisen wie Rauchen, unausgewogene Ernährung oder Bewegungsmangel, was das Risiko, mehrere Krankheiten zu entwickeln, weiter erhöht.

Soziale Ungleichheiten spielen eine zentrale Rolle. Ein geringeres Einkommen oder ein niedrigerer Bildungsstand sind mit einer höheren Multimorbidität verbunden. Dennoch bleibt Diskriminierung – selbst unter Berücksichtigung dieser Faktoren – ein unabhängiger Risikofaktor, der die Gesundheit verschlechtert. Schwarze, hispanische und andere ethnische Minderheiten berichten häufiger von Diskriminierungserfahrungen, insbesondere in medizinischen oder beruflichen Umfeldern. Dieses Misstrauen gegenüber dem Gesundheitssystem kann Diagnosen verzögern und die Behandlung von Krankheiten erschweren.

Die zugrundeliegenden Mechanismen sind vielfältig. Lang anhaltender Stress stört den Hormonhaushalt und fördert Entzündungen, ein Prozess, der bei vielen Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle spielt. Darüber hinaus schränkt Diskriminierung den Zugang zu medizinischer Versorgung ein, sei es durch fehlende Mittel oder aus Angst vor schlechter Behandlung. Die psychologischen Folgen, wie Ängste oder das Gefühl von Ungerechtigkeit, erschweren zudem die Bewältigung von Behandlungen und einem gesunden Lebensstil.

Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung, an den sozialen Determinanten der Gesundheit zu arbeiten. Die Reduzierung von Diskriminierung in Krankenhäusern, die Schulung von Pflegekräften für einen respektvollen Umgang mit kulturellen Unterschieden und die Unterstützung marginalisierter Bevölkerungsgruppen könnten die Gesundheit älterer Menschen verbessern. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die gesundheitlichen Unterschiede zwischen den Gruppen zu verringern und ein Altern unter besseren Bedingungen zu ermöglichen.


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DOI : https://doi.org/10.1007/s40615-026-02912-4

Titre : Discrimination and Multimorbidity Among Older Adults

Revue : Journal of Racial and Ethnic Health Disparities

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Khalid AlFakhri; Rolla Mira; Wael Sabbah

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