Nimmt Typ-1-Diabetes bei Jugendlichen in Bayern zu?

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Nimmt Typ-1-Diabetes bei Jugendlichen in Bayern zu?

In Bayern steigt die Zahl der jungen Menschen mit Typ-1-Diabetes seit 2012 kontinuierlich an. Diese chronische Krankheit, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, betrifft immer mehr Kinder und Jugendliche. Zwischen 2012 und 2021 wurden in dieser deutschen Region, in der zwei Millionen junge Menschen unter 20 Jahren erfasst sind, fast 5.800 Neuerkrankungen registriert.

Bei Mädchen stieg die Inzidenzrate von 23,5 Fällen pro 100.000 Einwohner im Jahr 2012 auf 32,5 im Jahr 2021, was einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 3,7 % entspricht. Bei Jungen ist der Anstieg noch ausgeprägter: Die Rate stieg von 25,2 auf 38,9 Fälle pro 100.000 Einwohner, was einem jährlichen Anstieg von 5 % entspricht. Die stärksten Zunahmen betreffen Jungen im Alter von 0 bis 4 Jahren und Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren.

Die Forscher haben auch festgestellt, dass das durchschnittliche Alter bei der Diagnose gesunken ist. 2021 wurden Jungen im Durchschnitt 1,6 Jahre früher diagnostiziert als 2012, bei Mädchen waren es 0,5 Jahre früher. Dies könnte auf ein früheres Auftreten der Krankheit oder eine bessere Früherkennung hinweisen.

Der Zeitraum der COVID-19-Pandemie zwischen 2020 und 2021 wurde analysiert, um zu prüfen, ob sie einen Einfluss auf diesen Trend hatte. Obwohl bei beiden Geschlechtern keine klare Veränderung des Fortschreitens festgestellt wurde, gab es zu Beginn des Jahres 2020 einen plötzlichen Anstieg der Fälle bei Mädchen. Dieser Anstieg ist jedoch aufgrund der kurzen Beobachtungsdauer und der großen Konfidenzintervalle schwer zu interpretieren.

Die Gründe für diesen kontinuierlichen Anstieg von Typ-1-Diabetes bei Jugendlichen sind noch nicht eindeutig geklärt. Mehrere Faktoren könnten eine Rolle spielen, wie Veränderungen in der Ernährung im frühen Kindesalter, Gewichtszunahme oder mütterliche Faktoren. Auch die Pandemie könnte diese Trends beeinflusst haben, insbesondere durch die mit den Lockdowns verbundenen Lebensstiländerungen. Bei Kindern und Jugendlichen wurde während dieser Zeit eine verstärkte Gewichtszunahme beobachtet, was das Auftreten der Krankheit beschleunigen könnte. Zudem wurde ein Rückgang der Atemwegsinfektionen festgestellt, die bei jungen Menschen normalerweise häufig sind. Dies könnte eine doppelte Wirkung haben: Entweder die durch Viren verursachten Fälle verringern oder im Gegenteil die Inzidenz aufgrund einer geringeren Exposition gegenüber diesen Krankheitserregern erhöhen.

Diese Studie unterstreicht die Bedeutung einer kontinuierlichen Überwachung der Entwicklung von Typ-1-Diabetes bei Jugendlichen. Ein besseres Verständnis der zugrundeliegenden Ursachen für diesen Anstieg würde es ermöglichen, wirksame Präventionsstrategien zu entwickeln. In Bayern, wie auch in anderen europäischen Regionen, stellt diese Krankheit eine wachsende Herausforderung für die Gesundheitssysteme dar, mit potenziellen Auswirkungen auf die Lebensqualität der jungen Patienten und die Kosten der öffentlichen Gesundheit.

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DOI : https://doi.org/10.1007/s10654-026-01417-y

Titre : Increasing incidence of type 1 diabetes in children and adolescents from 2012 to 2021 in Germany: trends before and during the COVID-19 pandemic

Revue : European Journal of Epidemiology

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Carolin T. Lehner; Ivona Anastasova; Gunther Schauberger; Marian Eberl; Florian Schederecker; Martin Tauscher; Roman Gerlach; Stefanie J. Klug

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