Persistente Chemikalien bedrohen das Stillen

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Persistente Chemikalien bedrohen das Stillen

Stillen wird oft als natürliche und für alle Mütter zugängliche Wahl wahrgenommen. Doch diese Fähigkeit kann durch die Exposition gegenüber persistenten Chemikalien in der Umwelt beeinträchtigt werden. Diese Verbindungen, die aufgrund ihrer industriellen Nutzung weit verbreitet sind, reichern sich im menschlichen Körper an und stören die Entwicklung der Brustdrüsen. Studien aus mehreren Ländern zeigen, dass Frauen, die während der Schwangerschaft hohen Konzentrationen dieser Substanzen ausgesetzt sind, eine kürzere Stilldauer haben. Toxikologische Forschungen bestätigen, dass diese Stoffe die Bildung von Brustgewebe beeinträchtigen, das für die Milchproduktion essenziell ist.

Für den Menschen sind die Vorteile von Muttermilch für das Kind vielfältig: Sie fördert die kognitive Entwicklung, verringert das Infektionsrisiko und begrenzt Aufmerksamkeitsstörungen. Für die Mutter hilft das Stillen, das metabolische Gleichgewicht nach der Schwangerschaft wiederherzustellen und reduziert so das Risiko für Diabetes oder Bluthochdruck. Dennoch werden in den USA nur noch 40 % der Säuglinge mit einem Jahr gestillt – eine niedrige Quote, die oft auf soziale oder medizinische Schwierigkeiten zurückgeführt wird. Doch auch die Exposition gegenüber diesen Chemikalien könnte eine Rolle bei diesem Rückgang spielen.

Die Mechanismen, durch die diese Substanzen das Stillen beeinflussen, sind noch nicht vollständig verstanden. Tierstudien zeigen jedoch, dass eine Exposition während der Schwangerschaft oder der Pubertät die Entwicklung der Brustdrüsen verzögert. Bei exponierten Mäusen waren die Drüsen weniger entwickelt, und die Jungtiere wurden mit einem unterdurchschnittlichen Gewicht geboren. Diese Effekte, die selbst bei niedrigen Dosen beobachtet wurden, deuten auf eine besondere Empfindlichkeit dieses Gewebes hin.

Trotz dieser Beweise schenken Gesundheitsrisikobewertungen und klinische Empfehlungen diesen Auswirkungen nur wenig Beachtung. Standardisierte Tests sehen keine systematische Untersuchung der Brustdrüsen vor, und die Auswirkungen auf das Stillen werden in regulatorischen Entscheidungen selten berücksichtigt. Dennoch haben Experten seit 2009 betont, dass Veränderungen in der Brustentwicklung in Risikobewertungen einbezogen werden sollten, da sie zu Stillschwierigkeiten führen oder die Anfälligkeit für Brustkrebs später im Leben erhöhen können.

Die Folgen sind auch wirtschaftlicher und sozialer Natur. Muttermilch, die kostenlos und auf Abruf verfügbar ist, steht im Gegensatz zu den hohen Kosten von Säuglingsnahrung, die mehrere hundert Euro pro Monat betragen kann. In den USA verursacht das Nicht-Stillen jährliche Ausgaben, die auf 17 bis 100 Milliarden Dollar geschätzt werden, aufgrund von Krankheiten, die bei Kindern und Müttern vermieden werden könnten. Zudem können auch Säuglingsnahrung, das zur Zubereitung verwendete Wasser oder sogar Kuhmilch diese Chemikalien enthalten, was die Wahl der Eltern erschwert.

Mütter, die diesen Substanzen ausgesetzt sind, stehen oft vor einem Dilemma: Weiterstillen trotz der Übertragung dieser Stoffe auf das Baby oder auf Alternativen ausweichen, die ebenfalls solche Substanzen enthalten können. Gesundheitsbehörden empfehlen in der Regel, das Stillen fortzusetzen, da die Vorteile die Risiken überwiegen. Dennoch bleibt diese Entscheidung schwierig, da es keine klaren Grenzwerte gibt, um die Gefahren dieser Substanzen in der Muttermilch zu bewerten.

Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf den Menschen. Landwirte haben eine Abnahme der Milchproduktion bei Kühen beobachtet, die diesen Substanzen ausgesetzt waren, was auf eine breitere Auswirkung auf Säugetiere hindeutet. Diese Feststellungen unterstreichen die Bedeutung, diese Effekte in Risikobewertungen und klinische Beratungen einzubeziehen. Zukünftige Forschungen sollten die Auswirkungen auf die Brustentwicklung weiter untersuchen und diese Daten in Empfehlungen für Mütter und Gesundheitsfachkräfte einfließen lassen.

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DOI : https://doi.org/10.1007/s40572-026-00546-6

Titre : Lactation Interrupted: PFAS Impact on Capacity to Breastfeed Ignored

Revue : Current Environmental Health Reports

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Katherine E. Pelch; Megan E. Romano; Anna Reade; Suzanne E. Fenton; Amalie Timmermann

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